Meilenstein für den VBC Schaffhausen

Das Herren U19-Team des VBC Schaffhausens traf sich am Sonntag früh um 08:00 Uhr in Truttikon zum grossen Tag, den ersten Tag der Schweizermeisterschaft. Dank dem Büsli von Katja Schulthess und dem Auto der Coaches Tobias Eckert und Andri Weber wurde die drei-stündige Fahrt nach Lausanne so angenehm wie möglich gestaltet. Leider beschränkte sich das Kader aufgrund gleich dreier kurzfristiger Ausfälle auf nur sieben Personen, wovon drei noch Teil des U17-Kaders sind.

In Lausanne angekommen suchte sich das Team einen ruhigen Fleck in der Halle, um das frühe Aufstehen durch ein Nickerchen auszugleichen. Der Staff durfte währenddessen ein Technical Meeting mit der LUC- und SwissVolley-Legende Georges-André Carrel geniessen.

Erstes Gruppenspiel

Als erstes Spiel stand dem VBC der Gruppenfavorit TSV Jona Volleyball gegenüber. Während dem aufwärmen der Mannschaft zerbrach sich der Staff noch den Kopf über die beste Aufstellung und allfällige Varianten des reduzierten Kaders. In das Turnier wurde denkbar schlecht gestartet. Die gegnerischen Service konnten meist nicht unter Kontrolle gebracht werden, was eine deutliche Niederlage im ersten Satz zu Folge hatte. Da das Team aber bekannt dafür war nicht gut in Matches zu starten wurde die Hoffnung nicht aufgegeben. Im zweiten Satz konnte deutlich besser mitgehalten werden. Leider wurde der Satz trotzdem 20:25 verloren, was bereits die Niederlage bedeutete (an der SM wird auf nur zwei Gewinnsätze gespielt).

 

Zweites Gruppenspiel

Als nächstes wartete der VBC Sursee auf die Schaffhauser. Nach einer kurzen Pause wurde das Team von Headcoach Tobias an die frische Luft beordert. Draussen wurde sich auf das zweite Gruppenspiel vorbereitet. Den VBC Sursee kannte man bereits aus einem Testspiel am Trainingsweekend, weshalb man von einem schlagbaren Gegner ausgehen konnte. Ein Sieg würde ein einfacheres Los im abschliessenden und entscheidendem Kreuzspiel bedeuten.

Es wurde mit der gleichen Aufstellung begonnen wie im Spiel gegen Jona. Man merkte langsam, dass das Team sich kennenlernte und aufeinander einstellte. Auch im Einschlagen vor dem Spiel wurde vor allem in der Mitte noch intensiv am Timing mit dem Passeur gearbeitet. Trotzdem wurde der erste Satz gegen Sursee erneut harzig. Viele Eigenfehler am Service und im Angriff führten zu einem ausgeglichenen Spiel. Am Ende des ersten Satzes bewies das Team aber seine Nervenstärke und gewann 26:24. Im zweiten Satz traten die Schaffhauser dann sehr viel souveräner auf. Eine bessere Quote am Service und einfachere Lösungen im Angriff führten zu einem deutlichen 25:10 Sieg.

Dieser Sieg bedeutete ein Duell mit dem drittplatzierten der anderen Gruppe, dem TV Lunkhofen. Vor dem Spiel wurde wieder ein Meeting unter freiem Himmel abgehalten, um das Team in Stimmung zu bringen. Die Ausgangslage war einfach: eine Niederlage bedeutet ein Ende des Abenteuers SM, ein Sieg die Qualifikation für den nächsten Tag der Schweizermeisterschaft.

Kreuzspiel

Der Start in den ersten Satz war überraschenderweise gelungen und es konnte zweimal einen Vorsprung von 4 Punkten erspielt werden. Es wurde jedoch sehr schnell klar, dass sich in diesem Spiel zwei Teams auf Augenhöhe gegenüberstanden. Der Vorsprung wurde beide Male vom Gegner wieder aufgeholt und es entwickelte sich am Ende des Satzes ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Team konnte sich leider auch in diesem Spiel nicht vom Fluch der ganzen Saison, dem schlechten ersten Satz, lösen. Es gab eine Niederlage 26:28.

Der Start in den zweiten Satz war aufgrund des knappen Resultates des ersten Satzes sehr emotional. Es wurde gehadert innerhalb des Teams, der eigenen Leistung und nicht zuletzt den Entscheidungen des Schiedsrichters. Man merkte, dass es um alles ging. Die Coaches mussten das Team sehr bald beruhigen und erinnerten daran, dass es erst 5:5 stand. Dieser Satz konnte noch lange gehen. Der emotionale Ausbruch zu Beginn erwies sich als glücklich. Gegen Ende des Satzes wurde das Team immer positiver, die eigenen Punkte gefeiert und die Entscheidungen der Angreifer wurden immer cleverer. Trotzdem blieb es bei einer sehr knappen Begegnung. Der VBC konnte aber auf die Erfahrungen der eigenen Nervenstärke aus dem Sursee-Spiel zurückgreifen und gewann nach abgewehrtem Matchball den zweiten Satz 26:24.

Die Entscheidung

Damit gab es einen Entscheidungssatz auf 15 Punkte. Auch dieser startete denkbar knapp. Zu Mitte des Satzes stand es 8:8 ausgeglichen. Danach konnte sich der VBC auf 12:9 davonziehen. Beim vom Gegner genommenen Time-Out war der Anspruch der Coaches klar: man musste irgendwie 3 Punkte machen, egal wie. So einfach gab sich der TV Lunkhofen aber nicht geschlagen. Das erste Time-Out von Schaffhauser Seite wurde beim Ausgleich zum 12:12 genommen. Dabei war die Ausgangslage immer noch die gleiche: 3 Punkte zum Sieg. Die Aufholjagd der Gegner war aber noch nicht zu Ende und führte zum Matchball bei 13:14. Beim zweiten Time-Out der Schaffhauser war deshalb die Message der Coaches (leider) immer noch genau dieselbe: 3 Punkte mussten her! Dazu musste das Team nochmals zusammenrücken. Es wurde eine unglaubliche Schlussphase gezeigt. Matchbälle auf beiden Seiten zogen die ganze Halle in ihren Bann und führten beim Staff und der handvoll angereisten Fans der Schaffhauser zu Herzinfarkt-ähnlichen Zuständen. Servicefehler reihten sich an Servicefehler. Doch am Ende bewiesen die Schaffhauser ein bisschen mehr Nerven als die Gegner. Der letzte Satz konnte mit 18-16 für sich entschieden werden.

Mit diesem Sieg erkämpfte sich dieses U19-Team das Silberticket für die nächste Runde der SM. Damit sind sie unter den Top 8 aller U19-Teams der Schweiz. Dies wurde noch nie von einem Nachwuchsteam des VBC Schaffhausens erreicht. In diesem Team, das unter ganz speziellen Vorzeichen in diesen Tag gestartet war, wuchs jeder Spieler über sich hinaus und trug seinen Teil dazu bei, um dieses Resultat zu erreichen. Gratulation!

oben v.l.n.r.: Headcoach Tobias Eckert, Lamin Fatty, Captain Robin Farkas, Physio Katja Schulthess, Steven Winter, Samir Chenna, AC Andri Weber unten v.l.n.r.: Remo Moro, Jens Weirich, Jonas Schulthess

In den Top 8 spielt die U19 nun am 24.3.19 in den Gruppenspielen gegen den Traktor Basel, Volley Amriswil und den VBC Thun. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Schweres Los für die U23

In der höchsten und spielerisch anspruchsvollsten Altersstufe U23, waren die Schaffhauser dieses Jahr ebenfalls vertreten. Nicht viel Glück hatten die Junioren bei der Gruppenzuteilung. Einerseits war mit Schönenwerd der amtierende Schweizermeister in der gleichen Gruppe, gleichzeitig waren in Basel gleich 3 der letztjährigen Final Four Teams anwesend. Die knappen Resultate zeigen, dass die U23 durchaus auf nationaler Ebene mithalten können. Fazit nach Abschluss des ersten SM Tages: die U23 gehören in dieser Saison zu den Top 13 Teams in der Schweiz.

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